Hero Newsletter 01/2026

Marktbericht

Im Mai legten globale Aktien deutlich zu. Haupttreiber waren robuste US-Konjunkturdaten, eine sehr starke Berichtssaison im Technologiesektor und die anhaltend hohe Investitionsdynamik rund um KI-Infrastruktur. Damit nahm die Sorge vor einem unmittelbaren Wachstumseinbruch spürbar ab, auch wenn Inflation und Geldpolitik wegen des vorangegangenen Energieimpulses ein Unsicherheitsfaktor blieben. Dies kam den Kapitalmärkten zugute, vor allem dort, wo Umsatz- und Gewinnerwartungen bereits heute sichtbar vom KI- und Infrastrukturzyklus profitieren.

Entsprechend klar fiel die Rotation aus. Direkte KI-Infrastruktur- und Netzwerktitel wurden klar präferiert, während defensive Qualitätswerte sowie Teile datengetriebener Informationsdienstleister zurückblieben. Es rückte weniger die Frage eines breiten Abschwungs in den Fokus als vielmehr die Unterscheidung zwischen Unternehmen, die hohe KI-Ausgaben selbst tragen müssen, und jenen, die diese bereits heute über Speicher, Netzwerke, Halbleiter oder direkte Enterprise-Nachfrage monetarisieren.

Konjunktur und Inflation

In den USA zeichnete sich bis Ende Mai weiter kein klassisches Rezessionsmuster ab. Der Arbeitsmarktbericht für April zeigte einen Beschäftigungsaufbau von 115.000 Stellen bei einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Inflationsseite blieb das Bild anspruchsvoll. Der Verbraucherpreisindex lag im April bei 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Kerninflation bei 2,8 Prozent. Treiber blieben vor allem Energie und Wohnen. Insgesamt passt das weiter zu einer Wirtschaft, die nicht einbricht, jedoch Inflation hemmt.

In der Eurozone blieb das Bild gemischt. Die Inflation lag im April bei 3,0 Prozent und damit klar über dem Zielwert, während das Wachstum im ersten Quartal 2026 nur noch bei 0,1 Prozent lag. Für Deutschland hellte sich das ifo-Geschäftsklima im Mai zwar überraschend leicht auf 84,9 Punkte nach 84,4 Punkten auf, das Institut sprach aber nur von einer vorläufigen Stabilisierung bei weiter fragiler Lage. Gleichzeitig senkte die EU-Kommission im Mai ihre Wachstumsprognose für die Eurozone für 2026 auf 0,9 Prozent. Damit blieb Europa im Mai konjunkturell stabiler als im Stressmonat März, aber klar anfällig für Energiepreise, schwaches Vertrauen und eine erneute Straffung der Geldpolitik. 

Geldpolitik

Im Mai standen nicht neue Zinsentscheidungen, sondern die Kommunikation im Mittelpunkt. Die Fed nahm keine Sitzung vor, doch die am 20. Mai veröffentlichten Protokolle der Sitzung vom 28./29. April bestätigten den abwartenden Kurs der Notenbank. Fast alle Teilnehmer unterstützten das Halten der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Gleichzeitig wurde betont, dass die Inflation wieder angezogen habe, dass die Risiken für die Inflation nach oben gerichtet seien und dass eine längere Phase unveränderter Zinsen nötig sein könne. Eine Mehrheit der Teilnehmer hielt laut Protokoll sogar zusätzliche Straffung für denkbar, falls die Inflation hartnäckig über 2 Prozent bleiben sollte.

Auch die EZB entschied im Mai nicht neu, signalisierte aber zunehmend eine straffere Haltung. Damit wandelte sich die EZB-Kommunikation im Mai faktisch von Wartestellung zu Vorbereitung auf eine erste Zinserhöhung.

Aktienmärkte im Überblick

Die Monatsperformance spiegelte verbesserte Risikobereitschaft klar wider. Der Nasdaq 100 gewann 9,47 Prozent, der MSCI World legte 4,95 Prozent zu und der S&P 500 stieg um 4,84 Prozent. Der DAX gewann 3,34 Prozent, der Euro STOXX 50 2,87 Prozent. Insgesamt führten damit erneut die USA, hier insbesondere die Technologiewerte. Das stärkere Abschneiden des Nasdaq passt zur sehr guten Berichtssaison bei KI- und Infrastrukturwerten. Europa blieb positiv, aber zurückhaltender, weil Inflation und die Aussicht auf eine straffere EZB die Bewertung zyklischer und defensiver Sektoren stärker begrenzten. 

Top-Performer des Portfolios

NetApp Inc. (+58,34 %): NetApp legte im Mai sehr stark zu, nachdem das Unternehmen Ende des Monats starke Zahlen für das vierte Geschäftsquartal und das Gesamtjahr 2026 vorlegte. Umsatz und Ergebnis übertrafen die Erwartungen deutlich, das Management sprach von Rekordwerten bei Umsatz, Bruttogewinn, operativem Ergebnis und Cashflow. Besonders wichtig für den Markt war, dass NetApp den Ausblick über Konsens anhob und die Nachfrage nach Storage für KI- und Cloud-Workloads als klaren Treiber bestätigte. In einem Markt, der im Mai direkte KI-Infrastruktur-Gewinner suchte, wurde NetApp damit deutlich höher bewertet.

Cisco Systems Inc. (+32,44 %): Cisco profitierte von einer Kombination aus Zahlenüberraschung, besserem Ausblick und klarer KI-Story. Das Unternehmen meldete im Mai einen Rekordumsatz im dritten Quartal von 15,84 Mrd. US-Dollar, hob den Ausblick an und erhöhte sein Ziel für
KI-Infrastrukturaufträge von Hyperscalern auf rund 9 Mrd. US-Dollar für das Geschäftsjahr. Zusätzlich unterstützte die Ankündigung, Stellen abzubauen und Mittel konsequent in KI, Security, Optics und Silicon umzulenken. Der Markt honorierte diese operative Disziplin und die sichtbare Monetarisierung des KI-Zyklus mit einer deutlichen Neubewertung. 

NGK Corp. (+25,95 %): NGK erholte sich im Mai kräftig, gestützt von starken Jahreszahlen und einer aktionärsfreundlichen Kapitalallokation. Das Unternehmen berichtete für das Geschäftsjahr 2025 Rekordwerte bei Umsatz und operativem Ergebnis; besonders hervorgehoben wurde die Dynamik im Segment Digital Society durch die Nachfrage nach Halbleitern, vor allem für KI-Anwendungen. Zusätzlich stellte NGK für FY2026 erneut Rekordwerte in Aussicht, kündigte eine höhere Dividende von 106 Yen je Aktie an und startete ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6,5 Mio. Aktien beziehungsweise 33 Mrd. Yen. Das machte die Aktie im Mai zu einem der klaren Spätzyklik- und Kapitalrückgabegewinner. 

Schwächste Werte des Monats

Tencent Holdings Ltd. (−7,00 %): Tencent gehörte im Mai trotz intakter operativer Basis zu den schwächsten Werten, weil der Markt in China deutlich selektiver wurde. Laut Financial Times blieben große Internetplattformen wie Tencent von der KI-Börsenrally weitgehend ausgeschlossen, während Kapital stärker in Hardware-, Chip- und Modelltitel floss. Belastend kam hinzu, dass Investoren befürchten, höhere KI-Investitionen könnten vorerst stärker auf die Profitabilität drücken, als dass sie zusätzlichen Umsatz generieren. Damit wurde Tencent im Mai weniger als direkter KI-Gewinner, sondern eher als kapitalintensiver Nachzügler eingeordnet. 

Münchener Rückvers.-Ges. AG (−7,46 %): Münchener Rück blieb im Mai zurück, obwohl die öffentliche Nachrichtenlage keine neue, klar negative fundamentale Überraschung erkennen ließ. Der Rückgang erklärt sich daher vor allem durch die ausgeprägte Rotation aus defensiven Versicherungs- und Rückversicherungstiteln in Technologie- und Infrastrukturgewinner, die den Monat bestimmten. In einem Markt, der neue Höchststände vor allem über KI- und Wachstumswerte erreichte, verloren hochwertige Defensivtitel relativ an Attraktivität. Der Titel war damit eher Opfer der Marktstruktur des Monats als einer konkreten operativen Enttäuschung. 

Relx PLC (−9,11 %): Relx blieb schwach, da der Titel weiterhin unter Belastung durch KI-Disruptionssorgen stand. Der Markt zweifelt seit dem Start neuer juristischer Automatisierungstools durch Anthropic daran, wie stark sich Teile des LexisNexis-Geschäfts gegen neue generative KI-Angebote abschirmen lassen. Auch im Mai blieben Investoren skeptisch, ob etablierte Daten- und Informationsanbieter ihre hohen KI-Investitionen schnell genug monetarisieren können. In einem Monat, in dem direkte Infrastrukturgewinner stiegen, wurden solche Geschäftsmodelle eher gemieden. 

Portfolio-Ausrichtung und Ausblick

Die Allokation bleibt ausgewogen und ist bewusst auf Robustheit in einem volatilen Umfeld ausgerichtet. Die Aktienquote liegt bei 65,95 Prozent, ergänzt um 15,13 Prozent Renten,
10,29 Prozent Liquidität und 8,63 Prozent Gold. Innerhalb des Aktiensegments setzen wir Schwerpunkte in der Informationstechnologie mit 23,28 Prozent, der Industrie mit 17,62 Prozent, den Finanzen mit 10,07 Prozent und dem Gesundheitswesen mit 8,56 Prozent. Die erhöhte Liquidität bleibt in der aktuellen Marktphase ein klarer Vorteil. Sie reduziert Risiken in Stressphasen und schafft Flexibilität, um nach Übertreibungen gezielt opportunistisch nachzukaufen.

Der Ausblick bleibt von erhöhter Marktvolatilität geprägt. Zwar hat sich das Sentiment im Mai deutlich verbessert, doch die Kombination aus wieder höherer Inflation, einer weiterhin fragilen geopolitischen Lage, Rekord-Preisniveaus des US-Technologiesektors und zunehmend kritischer Zentralbankkommunikation lässt uns vorsichtig sein. Weniger klassische Konjunkturfaktoren als vielmehr politische Entscheidungen, außen- und handelspolitische Signale sowie einzelne Unternehmensupdates zu KI-Capex und Monetarisierung können das Sentiment schnell drehen und Risikoaufschläge abrupt verändern. Vor diesem Hintergrund halten wir unsere defensive Grundhaltung für sinnvoll. Wir setzen weiterhin auf Qualitätsaktien mit soliden Bilanzen, verlässlichen Cashflows und nachvollziehbarer Kapitalallokation. Ergänzend halten wir bewusst Diversifikationsbausteine und ausreichend Liquidität, um kurzfristige Übertreibungen nicht nur auszuhalten, sondern bei attraktiven Gelegenheiten auch nutzen zu können. 

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Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb der Anteile ihrer Organismen für gemeinsame Anlagen getroffenen hat, gemäß Artikel 93a der Richtlinie 2009/65/EG und Artikel 32a der Richtlinie 2011/61/EU aufzuheben. Weitere Informationen zu Anlegerrechten in deutscher Sprache sind auf der Homepage der Verwaltungsgesellschaft (www.ipconcept.com) einsehbar: https://www.ipconcept.com/ipc/de/anlegerinformation.html

Die Dokumente können ebenfalls kostenlos in deutscher Sprache bei der Einrichtung, Value Experts Vermögensverwaltungs AG, Landschaftstraße 2, 30159 Hannover bezogen werden.

Wertentwicklung unserer Vermögensverwaltung in der Variante Aktien Chance/unseres Fonds

Grafik zur durchschnittlichen Wertentwicklung pro Jahr vom 01.01.2016 bis 31.05.2026
Grafik zur durchschnittlichen Wertentwicklung pro Jahr vom 01.01.2016 bis 31.05.2026

Quelle: Eigene Darstellung; die Darstellung wird auf Basis der Daten durch vwd Portfolio Manager (wöchentliche Konsolidierung) erstellt.

Datenstand 31.05.2026.

Erläuterung: Der Darstellung der Wertentwicklung in der obigen Grafik liegt das Modellportfolio unserer Vermögensverwaltung in der Variante IVV Aktien Chance zugrunde, dass zum 1. Januar 2015 aufgelegt wurde. Aus Transparenzgründen wurde bereits bei der Berechnung und Darstellung der Wertentwicklung dieser Vermögensverwaltungsvariante die Verwaltungsvergütung des VERMÖGENSWERTE GLOBAL VV (Anteilsklasse R) in Höhe von 1,64% p.a. in Abzug gebracht sowie der max. mögliche Ausgabeaufschlag unterstellt, der bei Abschluss anfällt und vor allem im ersten Jahr ergebniswirksam wird. In der tabellarischen Darstellung des Zeitraums ist dieser Ausgabeaufschlag nicht berücksichtigt. Ab dem 14.07.2020 (Fondsauflage) bildet der Chart die Wertentwicklung des Fonds ab. Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Darstellung zeigt bis zum 14.07.2020 die vergangene Performance der Vermögensverwaltung IVV Aktien Chance und nicht die Performance des Investmentfonds VERMÖGENSWERTE GLOBAL VV.

Grundsätzlich gilt, dass vergangenheitsbezogene Daten kein Indikator für die zukünftige Wertentwicklung sind. Es kann keine Zusicherung gemacht werden, dass die Ziele der Anlagepolitik erreicht werden. Die Wertentwicklung der Vermögensverwaltungsmandate kann schwanken und weder garantiert noch gewährleistet werden.

Wertentwicklung unserer Vermögensverwaltung in der Variante IVV Aktien Chance/unseres Fonds für den Zeitraum 01.01.2016 bis 31.05.2026

Grafik zur durchschnittlichen Wertentwicklung pro Jahr vom 01.01.2016 bis 31.05.2026

Quelle: vwd Portfolio Manager; die Grafik wird auf Basis der Daten durch vwd Portfolio Manager (wöchentliche Konsolidierung) erstellt.

Datenstand 31.05.2026.

Erläuterung: Der Darstellung der Wertentwicklung bis zum 14.07.2020 (Fondsauflage) liegt das Modellportfolio unserer Vermögensverwaltung in der Variante IVV Aktien Chance zugrunde, das zum 1. Januar 2015 aufgelegt wurde. Aus Transparenzgründen wurde bereits bei der Berechnung und Darstellung der Wertentwicklung dieser Vermögensverwaltungsvariante die Verwaltungsvergütung des VERMÖGENSWERTE GLOBAL VV (Anteilsklasse R) in Höhe von 1,64% p.a. in Abzug gebracht. Ab dem 14.07.2020 (Fondsauflage) bildet der Chart die Wertentwicklung des Fonds ab. Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die Darstellung bis zum 14.07.2020 zeigt die vergangene Performance der Vermögensverwaltung IVV Aktien Chance und nicht die Performance des Investmentfonds VERMÖGENSWERTE GLOBAL VV

Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Die Bruttowertentwicklung nach BVI Methode lässt die bei der Ausgabe und Rücknahme der Anteile erhobenen Kosten (Ausgabe- und Rücknahmeaufschlag) und während der Halte dauer anfallenden Gebühren (z.B. Transaktionskosten) unberücksichtigt. Wenn ein Anleger für 1.000,– € Anteile erwerben möchte, muss er bei einem Ausgabeaufschlag von 5 % 1.050,– € dafür aufwenden. Es können für den Anleger Depotkosten und weitere Kosten (z. B. Depot- oder Verwahrkosten) entstehen, welche die Wertentwicklung mindern. Es ist zu beachten, dass der Wert der erworbenen Anteile, aufgrund von Schwankungen der Investments im Fonds sowie der Notierung der Wertpapiere, schwanken kann.

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